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05.11.2017 Generalprobe

Das zweite Jahrzehnt 1959 bis 1968

Konnte 1959 der Fasching noch gefeiert werden, war 1960 ein Ausfall. Ein Bergwerks­un­glück am 20.2.1960 und Staatstrauer haben den Karneval verhindert. In diesem Jahrzehnt er­lebte unser Verein einen Umbruch in der Führungsetage. Verdienstvolle Mitglieder schieden aus und Neue übernahmen das Zepter.

 

Nach Fritz Zinder (1948 – 1955) und Achim Zimpel (1956 – 1962) wurde Günther Pietzsch 1963 Präsident und hatte dieses Amt 6 Jahre inne. Von 1961 bis 1963 selbst dreimal Prinz, war mit Günther eine neue Epoche angebrochen. Mit großem Mut und Fantasie hat er zu einer Zeit da Karneval von staatlichen Stellen als bürgerliche Dekadenz betrachtet wurde, mit Geschick neue Maßstäbe gesetzt. Große Tanzorchester wie z.B. Studio Meißen spielten und nächtigten im Klubhaus. Nicht nur in Bayern wurde „gefensterlt“. Bei einem solchen Versuch, zur holden Weiblichkeit zu gelangen, ist ein Studiomusikant abgestürzt und landete im Klubhausgarten. Ebensolchen Mut mussten die Mitglieder von Studio Meißen beweisen als bei der Rückfahrt ihr Bus auf der Autobahn samt Instrumenten ein Opfer der Flammen wurde. Mit Fug und Recht kann man sagen, dass mit einem sportlichen Hoch der Betriebs­sport­gemeinschaft (BSG), zu der auch der Karnevalsverein gehörte, ein Hoch im Fasching erfolgte. Handball, Fußball, Radsport, Kegeln, Schach und Gymnastik formten in obersten bezirklichen Ligen das Niveau der BSG, die Radsportler stellten sogar den DDR-Meister.

1966 und 1967 war zum Fasching das Klubhaus 24 Stunden, also ohne Schließzeiten, geöffnet. Tüchtige Klubhauswirte ermöglichten dies. Programm und Veranstaltungen wurden erweitert. In dieser Zeit kam zu den 3 tollen Tagen der Veilchendienstag für Ledige ab 30 und für Verheiratete hinzu. Für eine Genehmigung zu den Veranstaltungen waren wir auf das Wohlwollen der Senftenberger Behörden und des Ortsbürgermeisters angewiesen. Es erforderte viel Durchhaltevermögen unsere Wünsche so zu begründen, dass die Volksseele, nach Meinung der Obrigkeit, nicht vom „Aufbau des Sozialismus“ abgehalten wurde. In immer größerem Maße wurden Kräfte der Volkspolizei als „vorbeugende Maßnahme“ zur Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit zu dem Faschingstagen in Annahütte stationiert. Aber auch die Genossen der Volkspolizei haben die Faschingstage überstanden.

 

Zunehmend wurde aber die behördliche Unterstützung schwieriger. Die Amtsnachfolger von Günther Pietzsch waren nicht zu beneiden.

 

Zum dritten Jahrzehnt: 1969 bis 1978