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Das 5. Jahrzehnt - 1989 - 1998

Die Erhebung unseres Karnevalsclubs in die Stufe als „Volkskunstkollektiv der Oberstufe“ hat er noch erlebt, aber mitten in den Vorbereitungen zu 42. Karnevals mussten wir den schmerz­lichen Verlust unseres Präsidenten Horst Dose zur Kenntnis nehmen.

Erhard Herrmann, seit 1968 im Elferrat, übernahm das Ruder und gab es erst im 6. Jahrzehnt weiter. Wir hätten keinen besseren Nachfolger finden können. Erhard Herrmann hat die Geschicke unseres Vereins während der Zeiten des friedlichen Abgesangs der DDR durch alle Wirren gesteuert und wichtige Prämissen für den Weiterbestand als „Karneval-Club Annahütte 1948 e.V.“ mit allen gesetzlichen Formalitäten und Pflichten gesetzt. Mit Stolz kann im Nachhinein auf diese Zeit geblickt werden.

Unsere Mitgliederzahl hat sich in den letzten Jahren auf über 100 verdoppelt und die Hälfte davon sind Jugendliche. Elferrat, Funkengarde, Prinzengarde, Haus- und Hofmusikanten, Polizeigarde waren bis 1989 unsere Vereinsgruppen. Gaudimu, Frauengarde, Kinderfunkengarde, Funkenmariechen, Passive Mitglieder sind in der Nachwendezeit hinzugekommen.

Unser Karnevalsauftakt zum 11.11.1989, also zur unmittelbaren Wendezeit hatte aber auch seine Probleme, da manche Karnevalsfreunde vorübergehend mehr Interesse für Westberlin als für die Saisoneröffnung hatten. Die Freude überwog und mit Elan ging es an neue Taten.

Unsere Kontakte zu Karnevalisten im Rheinland, speziell nach Rüsselsheim wurden aktiviert, und gegenseitige Besuche folgten. Zwei wesentliche Dinge brachten die Wende und diese Besuche für uns. Als Ersatz für die jährlichen Feierlichkeiten zum „Kampftag“ am 1. Mai zu DDR-Zeiten wurde jeweils am letzten Apriltag und zum 1. Mai unsererseits die zwischenzeitlich beliebte „Narretei im Mai“ eingeführt. Musik, Fackelumzug, Lagerfeuer und Feuerwerk, sowie Darbietungen unserer Garden sind fester Bestandteil dieses Festes geworden.

Eine andere nachhaltige Neuerung war die Guggenmusik. Unsere Haus- und Hofmusikanten, jahrelang Bestandteil des abendlichen Einmarsches an Karnevalstagen und beim Umzug, wurden bei Besuchen in Rüsselsheim von dieser Musik infiziert. Insbesondere Michael Braden war es zu verdanken, dass diese Musik bei uns Fuß fassen konnte. Er knüpfte Kontakte in die Schweiz und baute mit viel Elan eine tolle Truppe auf, die seit Mitte der 90er Jahre weit über die Grenzen von Annahütte bekannt ist, bei zahllosen Höhepunkten und nicht zuletzt im Fernsehen zu hören und zu sehen war. Die 1994 als „Gaudimu“ gegründete Formation ist seither fester Bestandteil jeder KCA-Veranstaltung.

Die Nachwendezeit hat der Karnevalsbewegung in Berlin-Brandenburg und der Niederlausitz großen Aufschwung, viele Aufgaben, aber auch viel Spaß gebracht. Der KCA 48 unter Leitung von Erhard Herrmann hat zahlreiche Kontakte zu benachbarten Vereinen geknüpft, Teilnahme an Umzügen oder zu Jubiläen waren fester Bestandteil unseres Vereinslebens. Erinnert sei an den Umzug „Zug der fröhlichen Leute“ und an die Fernsehsendung „Heut steppt der Adler“ in Cottbus. Durch unsere Funkengarde oder unsere Funkenmariechen hat unser Karnevalsverein sich anerkennend, auch außerhalb unserer Gemeinde, präsentiert.

1998 feierten wir mit großem Erfolg unseren 50. Karneval. Neben den normalen Karnevals­tagen wurde zusätzlich eine Galaveranstaltung mit vielen Gästen der Karnevals­szene und be­freundeten Klubs durchgeführt. Nicht zuletzt sei die Einladungsveranstaltung für ehemalige Mit­glieder des Vereins und der BSG Chemie genannt. Viele Freunde konnten begrüßt werden.

Ein nachhaltiges Ereignis war die Ernennung unseres Präsidenten Erhard Herrmann vom Ehrenpräsidenten des RCV Rüsselsheim zum „Ritter des Goldenen Vlieses der Niederlausitz“. Mit dieser Ernennung war für ihn die Berechtigung verbunden, verdienstvolle Karnevalisten zum Ritter zu schlagen.

Zum sechsten Jahrzehnt: 1999 bis heute